Pressebericht:
Alpenpost vom 4.05.2005 - ["Wie geht´s weiter, Herr Bürgermeister?"]

Mehr als nur ein Bürgermeisterwechsel in Bad Mitterndorf

Wie geht´s weiter, Herr Bürgermeister?

Von Peter Musek

In fünf der sechs Gemeinden des Steirischen Salzkammergutes sind die Ortschefs gleich geblieben (drei schafften es aus eigener Kraft, zwei mit Hilfe einer anderen Partei). Zur einzigen Veränderung kam es in der Marktgemeinde Bad Mitterndorf, die seit 20. April 2005 mit Dkfm. Dr. Karl Kaniak vom Grimmingdialog einen neuen Bürgermeister hat. Er stieg wie Phönix aus der Asche, seine überparteiliche Liste ist von null auf acht Mandate gekommen und wurde auf Anhieb stimmenstärkste Partei.

Trotzdem hat es in der Grimming-Metropole eine äußerst knappe Entscheidung gegeben, wenige Stimmen haben entschieden. Und so wurden im Mitterndorfer Gemeindeparlament die Karten neu gemischt.

Der Ausgang der Gemeinderatswahl in Bad Mitterndorf wurde allerorts mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Überall ist man frohen Mutes, dass das Ergebnis Signalwirkung für eine verbesserte Zusammenarbeit in der gesamten Region hat.

Die „Alpenpost“ richtete an den neuen Ortschef folgende Fragen:

Alpenpost : „Vier Monate vor den Gemeinderatswahlen am 13. März 2005 wurden Sie von der überparteilichen Liste Grimmingdialog – für die meisten überraschend – als Spitzenkandidat vorgestellt. Warum haben Sie sich das angetan?“

Bürgermeister Kaniak : „Es war der Reiz des Neuen. Ich wollte nach einer 30jährigen Bankkarriere in meinem Berufsleben noch einmal etwas anderes machen. Zudem ist es für mich eine Herausforderung in meiner Heimat, in der ich mich aus beruflichen Gründen leider nicht allzu oft aufhalten konnte, etwas zu bewegen. Dies insofern, weil ich gesehen habe, dass Mitterndorf nicht mehr das war, wie ich es in Erinnerung gehabt habe.“

Alpenpost : „Am Wahltag stand fest, dass Sie und Ihre überparteiliche Liste von null auf acht Mandate gekommen sind, stimmenstärkste Partei geworden sind und Anspruch auf den Bürgermeister von Bad Mitterndorf haben. Was sagen Sie zu dem Wahlergebnis?“

Bürgermeister Kaniak : „Ich habe mit 7 bis 8 Mandate gerechnet – das ist eingetreten. Es war überraschend, dass die FPÖ entgegen dem Bundestrend so stark abgeschnitten hat. Unser Ergebnis war für mich eine große Freude. Wir sind angetreten mit dem Ziel, hier etwas zu bewegen.“

Alpenpost: „Das Ergebnis war äußerst knapp. Ganz wenige Stimmen waren ausschlaggebend. Was sagen Sie dazu?“

Bürgermeister Kaniak: „Das ist wie bei einem Skirennen. Der Sieger gewinnt oft nur mit einem Vorsprung von 1 oder ein paar Hundertstel Sekunde(n) und bekommt die Goldmedaille.“

Alpenpost: „Am 20. April 2005 wurden Sie zum Bürgermeister der Marktgemeinde Bad Mitterndorf gewählt. Wie fühlen sie sich als neue Nummer eins?“

Bürgermeister Kaniak: „Ich danke allen Wählern, die sich entschlossen haben, eine Wende in Bad Mitterndorf herbeizuführen. Ich danke meinen Mitstreitern und meiner tollen Mannschaft. Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.

Die ersten Tage in meiner Bürgermeisterfunktion waren hervorragend, weil ich – wo immer ich hinkomme – mit einem freundlichen Lächeln begrüßt werde, insbesonders von den Bürgermeistern der Nachbargemeinden. Mein erster Wunsch, Mitterndorf aus der Isolation herauszuführen, ist voll aufgegangen.“

Alpenpost: „Bei der Eröffnung der Mercedes-Brücke wurden Sie in Bad Aussee öffentlich vorgestellt und überaus herzlich empfangen. Man hatte den Eindruck, dass jeder froh ist, dass das leicht angespannte Verhältnis zwischen Mitterndorf und dem Ausseerland nun ausgeräumt ist.“

Bürgermeister Kaniak: „Allein die Begrüßung durch den Ausseer Bürgermeister Otto Marl, der mir als erster zu meinem Wahlsieg gratuliert hat, hat gezeigt, dass es wieder einen Dialog gibt. Ich danke ihm herzlich dafür, dass er mich einer so illustren Runde vorgestellt und mir Tür und Tor geöffnet hat.

Der Dialog steht an erster Stelle in unserem Wahlprogramm. Er ist bei den ins Auge gefassten Großprojekten von großer Wichtigkeit.“

Alpenpost: „Der Grimmingdialog ist eine Koalition mit der ÖVP eingegangen. War eine Zusammenarbeit mit der SPÖ nicht möglich?“

Bürgermeister Kaniak: „Es war mein und unser Wunsch, mit der ÖVP und der SPÖ eine Partnerschaft einzugehen. Beide wurden zum gleichen Zeitpunkt zu Gesprächen eingeladen. Es gab jeweils ein Startgespräch, aber hernach ist leider die Kommunikation mit der SPÖ verflacht. Es tut mir leid, dass die SPÖ zu keiner Koalition bereit war. Es wurde mir aber versichert, dass die Sozialdemokraten bei den anstehenden wichtigen Projekten mitstimmen werden.“

Alpenpost: „Beim Grimmingdialog sind lauter Leute, die über keine Erfahrung im Gemeinderat verfügen. Wird das gut gehen?“

Bürgermeister Kaniak: „Das ist nicht nur bei uns so. Auch in den anderen Fraktionen gibt es junge, tüchtige Neulinge, die noch keine Gemeinderats-Erfahrung haben. Meine Freunde vom Grimmingdialog haben sehr viel Lebenserfahrung und haben sich in verschiedensten Bereichen sehr gut bewährt. Ich werde ihnen die Scheu vor Sitzungen im Gemeinderat aufgrund meiner langjährigen Erfahrung in diversen Funktionen sicherlich nehmen und bin davon überzeugt, dass alle das Amt des Gemeinderates innerhalb kürzester Zeit so professionell und erfolgreich ausüben werden, wie ihren Beruf.“

Alpenpost: „In und rund um Bad Mitterndorf stehen mehrere Großprojekte an. Werden Sie diese weiterverfolgen und vorantreiben?“

Bürgermeister Kaniak: „Selbstverständlich. Die Großprojekte Therme und Anbindung des Skigebietes Bad Mitterndorf an die Tauplitz haben oberste Priorität. Bei der Therme besteht aufgrund von Terminen ein gewisser Zugzwang. Erste diesbezügliche Gespräche mit den zuständigen Landespolitikern in Graz nahmen einen sehr positiven Verlauf. Wir arbeiten zügig an der Umsetzung des Projektes.“

Alpenpost: „Wie stellen Sie sich Ihren neuen Arbeitsbereich vor? Werden Sie permanent in Bad Mitterndorf sein?“

Bürgermeister Kaniak: „Ich werden den Großteil meiner Zeit in Bad Mitterndorf verbringen. Ich habe mich um dieses Amt nicht beworben, um in Mitterndorf als Herr Bürgermeister tituliert zu werden, sondern um mit meiner Mannschaft und den anderen Parteien effizient daran zu arbeiten, dass Bad Mitterndorf wieder den Glanz bekommt, den es einmal hatte.“