Pressebericht:
Kleine Zeitung vom 1.04.2005 - ["Wenn alte Mehrheiten neue Weichen stellen wollen"]

Wenn alte Mehrheiten neue Weichen stellen wollen

Bevor in manchen Gemeinden ein neuer Bürgermeister das Sagen hat, versuchen oft „alte“ Ortsparlamente ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen.

CHRISTIAN HUEMER

In vielen Gemeinden des Bezirkes heißt der neue Bürgermeister gleich wie der alte. Wo sich jedoch die Mehrheitsverhältnisse verschoben haben, versucht man offenbar in der letzten Gemeinderatssitzung vor dem Bürgermeisterwechsel nach altem Muster die Weichen für die Zukunft zu stellen. So etwa in Bad Mitterndorf. Dort wollte Bürgermeister Alfred Trieb (FP) mit „seiner“ alten Mehrheit überhaupt gleich die Geschäftsführung der Thermengesellschaft neu besetzen. „Ich werde als Geschäftsführer zurücktreten, habe aber auch Karl Kaniak vom Grimmingdialog gebeten, mir Vorschläge zu nennen, wen er gerne in der Gesellschaft hätte.“ Darauf ist der Spitzenkandidat der stimmenstärksten Gruppierung in Mitterndorf schon im Vorfeld der Sitzung nicht eingestiegen. „Das kann’s wohl nicht sein, dass der alte Gemeinderat die neue Geschäftsführung für die Thermengesellschaft bestimmt“, wundert sich Kaniak. „Das ist nicht im Sinne des Wählerauftrages.“

Generalversammlung

Nach einer kurzen Diskussion wurde der Punkt von Alfred Trieb dann selbst wieder von der Tagesordnung genommen. Eine Entscheidung, ob in der Thermengesellschaft die Bilanzen stimmen und Trieb als scheidender Geschäftsführer entlastet wird, dürfte es dann am 6. April bei der Generalversammlung der Gesellschaft geben.

Von der scheidenden Mannschaft wurde noch fixiert, dass der ASV Bad Mitterndorf künftig die alten Räumlichkeiten des Eisschützenvereines benützen darf. Auch einem Lärmschutzprojekt im Bereich von Zauchen entlang der B 145 wurde die Zustimmung gegeben. Nicht einigen konnte man sich, wo die bereits angekauften Geräte für einen Skaterplatz aufgestellt werden sollen.

Abschließend wurden von den Fraktionen Abschlussplädoyers gehalten. Die Worte von SP-Spitzenkandidat Horst Stiendl klangen dabei nach endgültigem Abschied: „In wenigen Wochen wäre ich 28 Jahre in der Gemeindepolitik tätig gewesen. Ich bedanke mich bei allen für die gute Zusammenarbeit.“ Das tat auch VP-Spitzenkandidat Leo Hochrainer, der nun nach 15 Jahren im Gemeinderat sämtliche politischen Funktionen zurücklegt.